MdL's diskutierten Bildungspolitik in Stendal
"Bildungskonvent vor Ort - Bildung, die ankommt" so war ein Besuchsnachmittag von Bildungspolitikern der Landtagsfraktion DIE LINKE im Landkreis Stendal überschrieben.
Eine Gesprächsrunde mit der Schulleitung, weiteren Pädagogen sowie Elternvertreter in der Ganztagsschule "Comenius" Stendal bildete den Auftakt. In der einzigen Ganztagssekundarschule des Kreises werden die Schüler sowohl im Unterricht, als auch im Freizeitbereich pädagogisch begleitet und individuell gefordert und gefördert. Dazu stehen Ihnen neben Lehrern auch pädagogische Mitarbeiter zu Seite. Gemeinsam mit den Eltern sollen künftig diese Angebote im Freizeitbereich noch weiterentwickelt werden. Die Form der Ganztagsbetreuung, welche die Schule etwa über Arbeitsgemeinschaften den Schülern anbietet, soll in den nächsten Monaten gemeinsam mit den Eltern weiterentwickelt werden. Aber ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot kostet eben auch Geld. Und so lautete der Appell an die anwesenden Politiker des Landkreises und des Landes, die materielle Basis für die außerschulischen Aktivitäten zu sichern. Ein weiteres Anbot bietet die Schule mit dem Produktiven Lernen, vor drei Jahren als Modellprojekt gestartet. „Mittlerweile eine fester Bestandteil der schulische Ausbildung, wird dieser über Betriebspraktika vermittelte Praxisbezug für die spätere berufliche Orientierung sowohl von den Schülern als auch den Eltern sehr gut angenommen." erläuterte Schulleiterin Heidemarie Henning.
In der etwa zweistündigen öffentlichen Abendveranstaltung im Landratsamt, welche von der Abgeordneten des Landkreises Frau Dr. Helga Paschke moderiert wurde, wurden zunächst von den Vertreter der linken Fraktion im Bildungskonvent Frau Birke Bull und Frau Jutta Fiedler – beide Landtagsabgeordnete – die eigenen Zielstellungen im dem Findungsgremium sowie das bisher Erreichte vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurde einige der vorgestellten Positionen, etwa der integrative Gesamtschulansatz oder auch notwendige Änderungen in Pädagogenausbildung, im Grundsatz begrüßt, jedoch auch Zweifel an der Umsetzbarkeit bzw. auch Sorgen aus der praktischen Erfahrung heraus geäußert. So schilderte die Vorsitzende des Kreiselternrates Frau Annegret Schwarz die Erfahrungen im Landkreis Stendal mit dem Versuch zwei integrative Schulen als Modellprojekte zu installieren. Dies scheiterte nicht zuletzt an der Skepsis der Eltern. Alle auf dem Podium vertretenen Bildungspolitiker der Linkspartei machten deutlich, dass für die Umsetzung erzielter oder gewünschter Ergebnisse im Konvent ein Zeitraum von 10 – 15 Jahren anzusetzen ist, um eben alle an Bildung beteiligten Akteure in diesen Prozess mitzunehmen und Schülerinnen und Schüler nicht mit Reformaktivismus zu überfordern. „Wir brauchen einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Notwendigkeit von Umgestaltungen im Bildungssystem, welcher sich dann auch in veränderten finanziellen Rahmenbedingungen ausdrückt.“ so der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE Matthias Höhn.
Alle Beteiligten waren sich am Ende des Abends einig, dass der Erfahrungsaustausch in jedem Fall eine Fortsetzung finden muss.

