Dienstleister für die Bürger

Frank Theile kandidiert als Oberbürgermeister in Magdeburg

Nur noch wenige Tage sind es, bis am 9. März 2008 in Magdeburg die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sind, ihren Oberbürgermeister zu wählen, der fortan für sieben Jahre die Geschicke der Landeshauptstadt lenken soll. Diese befindet sich schon seit geraumer Zeit in eher schwierigem Fahrwasser, denn eine anhaltend hohe Arbeitslosenquote, fehlender wirtschaftlicher Aufschwung in Größenordnungen, Kinderarmut, demographischer Wandel und eine mehr als angespannte Haushaltslage haben wie fast überall im CDU-SPD regierten Sachsen-Anhalt Spuren hinterlassen und werden wohl leider auch in nächster Zukunft die das kommunale Handeln bestimmenden Koordinaten sein, denen sich ein neuer Oberbürgermeister wird stellen müssen. Keine einfache Aufgabe also, und dennoch gibt es Menschen, die sie gern schultern möchten.

Einer von ihnen ist Frank Theile, Kandidat der LINKEN, Jahrgang 1958, ehemaliger Pilot der NVA, Diplomphilosoph. Er lebt seit 1968 in Magdeburg und ist heute Mitarbeiter einer großen kommunalen Wohnungsbaugesellschaft.

Oliver Müller hat mit ihm über seine persönlichen Motive und Ziele gesprochen.


Frank, im Cockpit hoch über den Wolken ist der Pilot immer der erste Mann, der schnell und verantwortungsvoll wichtige Entscheidungen treffen muss – ein klarer Vorteil auch im alltäglichen Arbeitsleben am Boden?

Nun, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, setze ich das durch. Da bin ich schon ein harter Hund. Der Oberbürgermeister als Chef einer großen Verwaltung bestimmt schließlich maßgeblich den Ton. Dennoch, als ausgebildeter Pilot bin ich darin geschult, stets einen optimalen Überblick zu haben, was aber keineswegs heißen soll, dass ich als Kommunalpolitiker etwa die Dinge von oben herab sehen möchte.


Sondern? Eher als ein Einzelkämpfer, der allein den Ton angibt?

Oh nein, so auf keinen Fall! Die Einwohner und der Stadtrat als deren legitimiertes Vertretungsgremium sind bei allen Entscheidungen unbedingt als Partner zu begreifen. Um sie, die Menschen vor Ort, geht es nämlich. Also müssen sie auch mitgestalten, in Entscheidungsfindungen eingebunden sein und zwar von Anfang an. Nicht nur bürgernah, sondern bürgerintegrierend verstehe ich dieses Amt des Oberbürgermeisters, der gemeinsam mit der Verwaltung vor allem ein Dienstleister für die Bürger sein sollte.


Wie also würdest Du Deinen Leitungsstil beschreiben?

Nicht Konfrontation, sondern partnerschaftliches Miteinander ist gefragt, auch im Umgang mit der Landesverwaltung und vor allem den Umlandgemeinden. Mit erzwungenen Eingemeindungen werden die Finanzprobleme der Stadt auch nicht gelöst. Ebenso ist der Verkauf kommunalen Eigentums, der zumeist einer Verscherbelung des Tafelsilbers gleichkommt, selbstredend ausgeschlossen.


Wie willst Du dann die Lösung der Finanz- und Wirtschaftsprobleme angehen?

Kommunale Unternehmen sollten vor allem erst einmal wettbewerbsfähig und gewinnorientiert aufgestellt werden, indem sie auch neue Geschäftsfelder erschließen. Ein partnerschaftliches Agieren in der regionalen Planungsgemeinschaft, die Ausweisung und Vermarktung gemeinsamer Gewerbegebiete sowie eine Neuorientierung der Standortbestimmung Magdeburgs im Wirtschaftsgefüge Mittel- und Norddeutschlands sind wichtige Schritte zu mehr Wirtschaftswachstum.


Deine Vision für Magdeburg?

Magdeburg wünsche ich mir als eine weltoffene, tolerante, familienfreundliche und kulturvolle Wissenschaftsstadt am Fluss im Grünen mit einem gut funktionierenden Gesundheits- und Sozialwesen, in der die Menschen Arbeit haben, von der sie auch leben können und in der nach 20 Uhr nicht die Bürgersteige hochgeklappt werden und das Licht ausgeschaltet wird.


Vielleicht noch ein paar Worte zu Dir persönlich, Deinen Hobbys usw.?

Alles, was mit Luft- und Raumfahrt zu tun hat, interessiert mich sehr. Denn das Erlebnis meines ersten Alleinfluges 1976 am Magdeburger Flugplatz hat mich sehr geprägt. Außerdem fahre ich gern zusammen mit meiner Lebenspartnerin Ski im Harz und in Österreich oder gern zum Baden an die Ostsee.


Und Dein schönster Platz in „Machteborch“?

Nun, am besten gefällt es mir an der Elbe und im Rotehornpark, eine wirkliche Oase inmitten der Stadt.


Vielen Dank und viel Erfolg am 9. März, dem Wahltag in Magdeburg!